Der Preisanstieg bei Wohnimmobilien in Spanien wird in den kommenden vier Jahren keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigen.

Nach Prognosen der Ratingagentur Standard & Poor’s Global Ratings werden die Preise 2026 um 9,1% steigen. In den Jahren 2027–2028 wird Spanien mit 7,4% beziehungsweise 6,2% das europäische Land mit dem höchsten Wachstum sein.

Portugal wird 2026 an der Spitze stehen

Im laufenden Jahr wird Portugal mit einem Wachstum von 10% führend sein.

S&P Global Ratings hat seine im Februar dieses Jahres erstellte Prognose zur Preisentwicklung in Portugal um 3% nach oben korrigiert.

Für Spanien senkten die Ökonomen der Ratingagentur ihre Prognose um 0,2%.

Die Agentur betont den Einfluss des dynamischen Arbeitsmarkts auf den Wohnungsmarkt.

Die starke Schaffung von Arbeitsplätzen und steigende Löhne haben die Kaufkraft erhöht und die Einwanderung gefördert, wodurch sich die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage verschärft hat.

Gleichzeitig bremsen administrative Hürden im Bausektor die Errichtung neuer Objekte.

Die Immobilienpreise werden in ganz Europa steigen

S&P erwartet, dass die Immobilienpreise in Europa 2026 im Durchschnitt um 4% und 2027 um mehr als 3% steigen und damit das Wachstum der Haushaltseinkommen übertreffen.

Der Aufwärtstrend wird sich bis 2029 auf allen von der Ratingagentur analysierten Märkten fortsetzen.

Die zentrale These des Berichts lautet, dass dieser Anstieg durch den Mangel an neuem Wohnraum verursacht wird.

Diese Situation bleibt bestehen wegen des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften, hoher Baukosten, die seit der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 weiterhin erheblich sind, komplexer städtebaulicher Verfahren und des starken Wachstums touristischer Vermietungen, das den Wohnungsbestand verringert.

Staatliche Maßnahmen wirken nicht sofort

Mehrere Regierungen haben bereits ihre Pläne angekündigt: Deutschland – Bau-Turbo, Frankreich – Relance Logement, Spanien – Plan Estatal de Vivienda mit 7 Milliarden Euro, Italien – Piano Casa.

S&P warnt jedoch, dass sich die tatsächliche Wirkung dieser Maßnahmen erst in einigen Jahren zeigen wird.

Gleichzeitig könnten einige Maßnahmen, etwa die Stimulierung der Nachfrage, den Aufwärtsdruck auf die Preise sogar verstärken.

Alternatives Szenario von S&P

Die Agentur hat außerdem ein günstigeres alternatives Szenario entwickelt, in dem eine schnelle Disinflation und sinkende Zinssätze zu einem Preisanstieg in Europa von 1,4% bis 2028 führen würden.

In diesem Fall würden Deutschland und das Vereinigte Königreich aufgrund ihrer höheren Zinssensitivität am stärksten profitieren.

Spanien, Portugal und Irland – Märkte mit strukturellen Spannungen – würden dagegen kaum von der Basisentwicklung abweichen.

Die Agentur prognostiziert, dass die Folgen der Schwankungen der Energiepreise bis 2029 weitgehend verschwinden werden.

Das mildere Szenario spiegelt daher hauptsächlich eine zeitliche Verschiebung wider: Der Anstieg der Immobilienpreise erfolgt früher, in den Jahren 2027–2028, anstatt sich bis 2029 aufzustauen.

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Teilen Sie ihn mit Ihren Freunden!