Unter den aktuellen Marktbedingungen in Spanien wird der Weg ins Eigenheim zunehmend schwieriger. Die Zahl der Transaktionen ist im Q2 2025 gesunken – vor allem wegen der anhaltend steigenden Preise. Auch das Käuferprofil hat sich verschoben: Immer häufiger kaufen Personen mit höherer Kaufkraft.

Laut aktuellen Daten mehrerer Organisationen und Branchenexperten dominiert in der Valencianischen Gemeinschaft das Profil eines 41-jährigen Mannes mit hohem Einkommen und hohem sozioökonomischen Status, der in den meisten Fällen eine Hypothek nutzt.

Obwohl die Mehrheit der Käufer Einheimische sind, ist der Anteil der Ausländer beachtlich – insbesondere an der Küste der Provinz Alicante, wo er 45 % der Abschlüsse erreicht. Einer Fotocasa-Umfrage zufolge verdienen 51 % der Befragten mehr als 2 500 € pro Monat; in 31 % der Fälle leben sie mit Ehepartner und Kindern, in 28 % nur mit Partner.

In der Altersgruppe 35–44 Jahre gehen die Käufe zurück, während sie im Segment 45–55 zunehmen. Obwohl in den letzten Jahren Barverkäufe ohne Bankfinanzierung häufiger wurden, hat sich der Trend gedreht: 70 % der Käufer einer Erst- bzw. Hauptwohnung finanzieren inzwischen per Hypothek – begünstigt durch niedrigere Zinsen und weichere Bankkonditionen. Siehe auch: Hypothek in Spanien.

Laut INE stieg im Mai die Zahl der eingetragenen Wohnungs­hypotheken in der Valencianischen Gemeinschaft um 77,7 % im Jahresvergleich – deutlich über dem Landeswert von 54,4 %. Insgesamt wurden 5 583 Hypotheken für Wohnimmobilien über einen Gesamtbetrag von 702,6 Mio. € abgeschlossen.

Der durchschnittliche Hypothekarbetrag beträgt 125 117 €, die mittlere Laufzeit 24,83 Jahre und der Zinssatz 3,17 % – leicht über dem nationalen Durchschnitt (3,02 %). Die durchschnittliche Monatsrate liegt bei etwa 607 € (rund 29,2 % des Gehalts).

Die überwältigende Mehrheit entscheidet sich für Bestandswohnungen im freien Markt. Auffällig ist zudem die Zahl neuer Eigentümer durch Erbschaft: Im Juni waren 18 % der registrierten Vorgänge damit verbunden, während dieser Anteil Ende 2024 deutlich höher lag – bei 26,56 %.

Der Durchschnittspreis der von spanischen Residenten in der Valencianischen Gemeinschaft gekauften Wohnungen liegt bei 147 719 €, während Ausländer im Mittel 167 012 € zahlen. Das spiegelt die neue Marktrealität wider, in der internationale Käufer häufig über größere Kaufkraft und mehr Optionen verfügen.

Im zweiten Quartal tätigten ausländische Käufer 28 % der Käufe – damit doppelt so viel wie der Landesdurchschnitt (14,1 %). In Alicante erreicht ihr Anteil 45 %, getragen von einer starken europäischen Nachfrage, insbesondere durch digitale Nomaden aus Nordeuropa. Im Q1 2025 führten Italiener mit 254 Käufen vor Ukrainern (204), die Rumänen (175) überholten.

Experten sehen den Markt in einer Phase der Ruhe und Preisstabilisierung. Auch die Mieten scheinen sich zu pausieren, obgleich die Lage angespannt bleibt. Einige Vermieter setzen überzogene Preise an und verlangen 1 200–1 300 € monatlich für Wohnungen in sehr schlechtem Zustand. Der Anteil investiver Käufe sank binnen Jahresfrist von 13 % auf 10 %. Da der Mietmarkt aufgrund hoher Preise und Anspannung an Attraktivität verliert, fließt ein Teil des Kapitals in andere Städte.

Kurzum: Der typische Käufer in der Valencianischen Gemeinschaft im Jahr 2025 vereint hohe Kaufkraft mit häufiger Hypothekennutzung, bevorzugt den Bestandsmarkt und agiert neben einem starken Segment ausländischer Käufer, das die Preisbildung – besonders an der Küste – mitprägt. Nach mehreren Jahren der Euphorie wird eine Phase der Mäßigung und Anpassung erwartet.

Zum Immobilienkatalog · Hypothek in Spanien – Beratung


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